In einer Tommy's Margarita ist er bestimmt super lecker, aber ansonsten würde ich einen Añejo nicht unbedingt zum mixen nutzen. Der gehört alleine ins Glas, wenn er gut ist 

Im Mexican Elderflower Gimleto macht sich ein Anejo nach meinem Geschmack auch sehr gut, der Herradura hat jedenfalls super gepasst. Ansonsten wird er demnächst wohl auch mal in der Canadian Margarita vermixt, bin schon sehr gespannt.

Meine Rede seit achtzehnsiebzehn.
Anejotequila ist der leider oft verzweifelte Versuch es anderen Spirituosen wie Cognac, Whisky und Rum gleich zu tun und ein "besonders hochwertiges Produkt" aus der Lagerung zu generieren zu wollen.
Zum einen sieht man aber schon, daß die Hersteller selbst schon zu dem Schluß gekommen sind, daß eine scheinbar "endlos" lange Lagerzeit dem Tequila nicht wirklich gut tut, denn es gibt nur wenig Tequilas, die tatsächlich bis, oder gar länger als 4 Jahre gelagert werden. Zum anderen fällt auf, das viele Anejos ihre Agavenabstammung geschmacklich soweit verschleiern, oder gar ganz verloren haben und zu einem mehr oder minder "Pseudo-Cognac" verkommen, daß man sich fragen muß, warum eigentlich Tequila? Nur wenige Meister schaffen es, die Agave nicht zu töten, sondern in einem Anejo mit dem Holz aus der langen Lagerung so zu unterstreichen, daß man sagen kann "genau deshalb muß es Tequila sein". Das ist auch der Grund, warum ein Anejo nur selten in einem Cocktail verweilen sollte.
Wo würdest du denn den Herradura einordnen, hat der für dich noch genügend Agavenaroma? Bei dem Amate brauch ich wohl nicht fragen.
Der Herradura Anejo bietet zwar noch Spuren von Agave an, von unterstreichen kann man bei ihm auch nicht gerade sprechen. Ich finde er ist zu süß, zu viel Vanille und zu viel Holz. Nicht wirklich mein Freund.
Tue mir doch bitte mal den Gefallen und nimm einen Jose Cuervo Traditional her. Das ist zwar "nur" ein Reposado, aber wenn Du den probierst, dann weist Du was ich mit Holzunterstrichener Agave meine. Für mich einer der gelungensten Tequilas überhaupt. OK, daß war jetzt nicht wirklich die Frage, aber nur mal so als Basis, über was wir überhaupt sprechen.
Das mache ich gerne. Nur um sicher zu gehen, da Jose Cuervo ja so viele Abfüllungen hat: Ist dasdieser? Dann ist der Preis auf jeden Fall sehr ordentlich.
Beim Herradura gehen unsere Meinungen auseinander, von dem bin ich eigentlich sehr angetan. Mir ist die Holznote nicht zu stark, liegt aber auch sicher daran, dass ich dem Einschlag Richtung Cognac weniger skeptisch gegenüber stehe als dir. Eine gewisse Süße hat er natürlich schon, in diesem Falle finde ich die aber recht angenehm. Ist allerdings auch der einzige Anejo, den ich bisher verköstigt habe, womöglich ändert sich da ja meine Meinung noch. Der Casa Vieja ruht jetzt seit fünf Wochen und wird demnächst mal geöffnet, bin schon auf den Vergleich mit dem Herradura gespannt.
Ich möchte deine Erwartungen keines Wegs dämpfen, aber ich befürchte dass er dich etwas enttäuschen wird. Mit Spannung warte ich auf deinen Erfahrungsbericht

PS: Morgen wird zur Feier des Tages wieder mal ein Don Julio Abend eingelegt 
Ja, der ist es und er ist sein Geld wirklich jeden einzelnen Cent wert.
Nun, man kann Cognac gegenüber stehen wie man will, Das hat auch weniger damit zu tun, ob ich ihn mehr oder weniger mag als Du. Es ist nur einfach so, Cognac ist Cognac und Tequila ist kein Cognac und das sollte auch so bleiben. Allein schon wenn ich Parallelen zum Cognac (oder auch zu einer anderen Spirituose) ziehen kann, ist für mich das Ziel bereits verfehlt.
Ja, da ist natürlich was dran. Wobei es ja vielleicht auch umgekehrt ist und mancher Cognac nach Anejo Tequila schmeckt.


PS: Morgen wird zur Feier des Tages wieder mal ein Don Julio Abend eingelegt 
Heißt das, du hattest den Casa Vieja schon mal im Glas?
Wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß bei deinem Don Julio Abend.


Ich meinte damit, dass man beim Cognac womöglich versuchte, dem Anejo Tequila nachzustreben. Ob sich das historisch halten lässt?



Nein, natürlich nicht. Frühe Anejolagerungen versuchten sich allerdings in der Tat mit Vergleichen dieser Art. So gab es in grauer Vorzeit Messen, auf denen Eladio und Cenobio Sauza ihre Anejos als "Mexican Brandy" oder "Mexican Whiskey" präsentierten (die Produkte waren auch so etikettiert). Das belegt, wie verzweifelt man versucht hat "guten" Tequila in der Genußwelt zu etablieren.
Sehr interessant. Das spricht natürlich nicht gerade für das Vertrauen in ihr Produkt, wenn man sich aber anschaut, welche Rolle Whiskey und Cognac auf der einen und Tequila auf der anderen Seite bei uns nach wie vor spielen, ist der Schritt irgendwie (leider) auch verständlich.
Schon, aber ich bin trotz allem, oder gerade deshalb nicht zu Vergleichen gewillt. Macht ja auch nicht wirklich Sinn.
Also vergleichen kann man diese beiden Spirituosen nun wirklich nicht, den ein Cognac in einer Margarita ist jetzt kein Geschmackserlebnis. Und klar ist auch das das ursprüngliche Tequilaerlebnis nur in einem Blanco zu finden ist. Es geht also nur um die gelagerten Tequila´s die je nach Art der Fassreifung diesen einzigartigen Charakter verlieren. Diese wandlung geht so in die Richtung "Cognac", aber vergleichen würde ich sie nicht.

Na ja, der heißt dann halt Sidecar.
Wobei ich eine Margarita mit einem gelagerten Tequila mittlerweile sogar einem Sidecar vorziehe.
Na ja, der heißt dann halt Sidecar.
Wobei ich eine Margarita mit einem gelagerten Tequila mittlerweile sogar einem Sidecar vorziehe.
Siehst Du 


Tasting des Casa Vieja Anejo:
In der Nase Vanille, leichte Agave und eine Fruchtigkeit, die ich nicht richtig zuordnen kann. Holztöne sind vorhanden, überlagern in meinen Augen die anderen Aromen aber nicht. Keinerlei alkoholische Schärfe spürbar. Man sollte ihn einen Moment stehen lassen, dann kommen die einzelnen Aromen noch besser zur Geltung.
Auf der Zunge kann man dieselben Aromen wiederfinden, im Verhältnis zur Nase sind sie jedoch etwas schwächer ausgeprägt. Nach meinem Geschmack könnte er noch ein wenig mehr Körper haben. Auch die Agarve ist etwas schwächer als in der Nase. Insgesamt ist er aber sehr weich.
Alles in Allem bekommt man in meinen Augen für knapp 30 Euro einen guten Anejo. Gegenüber dem Herradura Anejo fällt er ein wenig ab, was aufgrund des Preises von etwa 10 Euro weniger jedoch auch zu erwarten war. Definitiv keine Enttäuschung, auch wenn ich mir vielleicht noch einen Tick mehr erhofft hatte. Mal sehen, wie er sich vermixen lässt...
Habe gerade noch mal den Herradura gegengetestet. Beim Casa Vieja kommt im Vergleich noch Karamell hinzu, allerdings deutlich weniger Fruchtigkeit. Insgesamt kann der Herradura auf dem Mund besser das halten, was er auf der Nase verspricht.
Ich benötige mal eure Hilfe.
Für unsere Verköstigung suche ich noch Vorschläge für zwei Reposado´s
Und, für einen finde ich leider keinen Lieferanten, es handelt sich um folgenden Tequila:
- Don Valente Reposado
Danke schon mal im voraus für eure Unterstützung 

