Es gibt tatsächlich noch keinen Beitrag zu Cheong. Zeit, dies zu ändern! 
Strukturell eng verwandt mit der Oleo Saccharum-Methode, doch in der Anwendung und im Ergebnis teilweise deutliche Unterschiede.
Beide Verfahren nutzen die Kraft des Zuckers, um Flüssigkeit und ätherische Öle aus der Frucht zu ziehen. Es ist reine Osmose – der Zucker fungiert als Extraktionsmittel, ganz ohne Hitze, wodurch die Frische der Zutat voll erhalten bleibt.
Beim Oleo Saccharum fokussieren wir uns primär auf die Schalen (meist Zitrusfrüchte). Das Ziel ist die Gewinnung der ätherischen Öle. Das Ergebnis ist hochkonzentriert, fast ölig und extrem aromatisch.
Beim Cheong wird oft die ganze Frucht im Verhältnis 1:1 mit Zucker geschichtet. Der Prozess dauert länger (von mehreren Tagen bis Wochen bis Monate). Cheong ist im Grunde ein "kalt extrahierter Sirup". Während wir beim Oleo Saccharum eine Fermentation meist vermeiden wollen (wir nutzen es frisch), ist sie beim Cheong ein Teil der Reise. Durch die lange Standzeit entwickeln sich oft subtile, komplexe Noten, die einem Drink eine Tiefe geben, die ein klassischer gekochter Sirup niemals erreichen könnte.
Wer einen Highball oder einen Sour auf das nächste Level heben will, sollte Cheong als Süssequelle in Betracht ziehen. Es ist, als würde man die Struktur eines Drinks nicht nur süssen, sondern mit einer "fermentierten Seele" unterlegen. ein weiterer Vorteil: Man kann praktisch alles in Sirup verwandeln: von Tomaten über Bananenschalen, Passionsfrucht, Ananas, Beeren, Ingwer oder Quitten...das Feld ist unendlich.
Ich gebe zum fertigen Produkt oft noch 10% reiner Alkohol dazu. Im Kühlschrank hält sich das quasi ewig, was ebenfalls ein Pluspunkt ist, vor allem in der Heimbar.
Cheers!
Der Begriff ist mir neu, das Verfahren nicht. So setze ich immer meinen Quittenlikör an.
Geriebene Quitten mit Zucker vermengen und mehrere Wochen stehen lassen, danach mit Alkohol auf die gewünschte
Stärke einstellen. Funktioniert so natürlich grundsätzlich mit allem was Feuchtigkeit enthält.
Was hast du denn schon alles ausprobiert?
Cheong ist ein koreanischer Begriff für ja, eigentlich künstlichen Honig, sprich Sirup. Und Du hast recht el, uns ist es nicht unbekannt. Pflaumen, Rhabarber und, und und...wird so im Kaltauszug angewandt.
Letztendlich wird es in jeder Sprache einen Begriff hierfür geben. Stelle jetzt mal zur Abstimmung: Soll "Cheong" als neuer Begriff in unserem Lexikon Einzug halten?
Limetten, Zitronen, Ingwer, Bananen (aus den Schalen!), Tomaten, Passionsfrucht, Ananas, Himbeeren.
Spannend wären sich auch mal Pilze...oder Eier...theoretisch könnte man wirklich alles nehmen 

Gute Frage! Ich habe dazu tief recherchiert, da mir die Produktsicherheit bei solchen Extraktionen extrem wichtig ist. Es gibt zwei sehr effektive Wege, das Pestizidrisiko bei Bananenschalen (neben der obligatorischen Bio-Qualität) fast gen Null zu senken:
Grosszügiges Beschneiden: Die meisten Schadstoffe sammeln sich an den Enden der Banane (Strunk und Spitze). Wenn man diese grosszügig abschneidet und nur das Mittelstück der Schale verwendet, reduziert man die Belastung bereits massiv.
Das Natronbad: Das ist ein echter Gamechanger. Ein paar Teelöffel Natron auf einen Liter Wasser und die Schalen darin für ca. 12–15 Minuten ziehen lassen. Natron hebt den pH-Wert an, was chemisch dabei hilft, viele gängige Pestizide aufzuspalten und abzuwaschen. Danach klar abspülen – und man hat eine saubere Basis für den Cheong. Ist sogar wissenschaftlich belegt
ich mache dies eigentlich mit allen Produkten, die ich so verarbeite.
Cheers!
Ich hab mal ein bischen recherchiert - Cheong ist tatsächlich nochmal ein wenig anders als ein Kaltauszug
Beim Kaltauszug oder auch Mazerat werden ja getrocknete Pflanzen in Wasser oder Öl eingelegt.
Beim Cheong werden die Früchte (oder was auch immer) in Zucker eingelegt und "kalt fermentiert"
Eine wirklich passende Übersetzung gibt es wohl nicht. Am besten nehmen wir es dann unter Cheong auf.
Schlechte Nachrichten: 
Cheong ist in der Regel keine Fermentation.
Cheong ist auch kein Produkt, sondern der Herstellungsprozess.
Cheong ist und sollte sein ein falscher / künstlicher Honig, oder Sirup durch Fruchtauszug, sprich Mazeration.
Ursprünglich vorgesehen durch hohen Zuckeranteil eine Konservierung der Zutaten, ähnlich des Kandierens.
Durch falsche Anwendung wie geringerer Anteil des Zuckers, keine einwandfreien Früchte, Früchte mit zu hohem Saftanteil, unsauberem arbeiten, und, und und, der Ausnahmemöglichkeiten gibt es viele, kann eine (gewollte) Fermentierung durch vorhandene Bakterien eintreten. Und das ist in diesem Fall vielleicht eine gute Nachricht, weil geschmackliche Steigerung erwünscht.
Doch wie sollen wir es nun nennen? Trockenmazerat, Sirup, Fermentation, oder doch Cheong? Im Netz geistern so einige Rezepte mit der inkorrekten Bezeichnung. Sollen wir auf diesen Zug aufspringen? Andererseits gibt es für die beginnende, gewollte Fermentierung keinen passenden Begriff.
Werde es also zu gegebener Zeit in unserem Lexikon unter Cheong einfügen. Es sei denn, jemand von euch hat eine bessere Idee.
Du hast vollkommen recht: Technisch gesehen ist Cheong (1:1 Zucker zu Frucht) eine Konservierung durch Mazeration, die eine Fermentation durch den hohen osmotischen Druck eigentlich unterbinden soll – ganz analog zum Honig oder zum Kandieren. Der Begriff 'Sirup durch Fruchtauszug' trifft es im Kern wohl am besten.
Dass im Netz oft von Fermentation gesprochen wird, liegt vermutlich daran, dass bei wasserreichen Früchten die Zuckerkonzentration lokal sinken kann, was dann diese 'geschmackliche Steigerung' durch beginnende mikrobielle Aktivität auslöst. 'Trockenmazerat' klingt zwar technisch korrekt, aber ein wenig klinisch. Wenn wir es im Lexikon unter Cheong führen, decken wir den Prozess der Herstellung perfekt ab. Vielleicht könnte man dort ergänzen, dass es sich um eine 'kalte Saftgewinnung durch Osmose' handelt, um es klar vom gekochten Sirup abzugrenzen.
Wir sind uns aber so etwas von einig! 

