Um hier mal eine Grundsatzdiskussion in Gang zu setzen 
Also, wann wird Variation zu etwas Neuem?
Hat sich jemand schon einmal nach einem original Rezept für z.B. einen Sex on the Beach gefragt (nur EIN Beispiel)?
Die meisten Rezepte, die man findet haben teilweise durchaus ja noch gleiche Zutaten, doch bei manchen wird es ganz wild, in dem so gut wie gar nichts mehr mit den anderen übereinstimmt. Warum sind diese dann aber trotzdem noch ein Sex on the Beach?
4cl Wodka
3cl Pfirsichlikör
6cl Ananassaft
6cl Cranberrysaft
3cl Wodka
2cl Pfirsichlikör
2cl Erdbeersirup
2cl Zitronensaft
10cl Orangensaft
3cl Pfirsichlikör
3cl Wodka
6cl Preiselbeernektar (o. jeweils 3cl Orangensaft und Kirschsaft)
6cl Ananassaft
2cl Pfirsichlikör
2cl Wodka
8cl Cranberry-Saft (alternativ Preiselbeer-Saft)
8cl Orangensaft
3cl Kirschsaft
3cl Orangensaft
6cl Ananassaft
3cl Wodka
3cl Aprikosenlikör
Als ich meinen ersten selbst gemachten Sex on the Beach mit Cranberry-Saft getrunken habe wusste ich auf einmal nicht mehr was ich zuvor in den ganzen Cocktailbars getrunken hatte ...
Nichts stimmte mit meinen Erfahrungen überein ... Weder Farbe, noch Geschmack, noch Konsistenz, noch irgendetwas anderes...
... Man kann doch nicht einfach irgendetwas zusammenpanschen und dann sagen: „Das ist ein Sex on the Beach“. Wo müssen die Parallelen zwischen den Versionen sein, um den gleichen Namen zu tragen?
Ein anderes extremes Gegenbeispiel, wo die Freiheit der Variation gänzlich flöten geht wäre folgendes:
Ein Rusty Nail hat dieses klassische Rezept:
3cl Scotch Whiskey
3cl Drambuie
Ein Highland Moon hat hingegen dieses Rezept:
3cl Scotch Whiskey
3cl Drambuie
+Deko: Eine Cocktailkirsche und eine Zitronenschale an den Rand gesteckt.
... Beide werden in einem kleinen Tumbler serviert und sind bis auf die Deko zu 100% identisch.
Wo darf variiert werden und wo nicht?
Wo findet man Originalrezepte? Findet man so was überhaupt?
Ist mir auch schon extrem hier aufgefallen. Mag wohl auch daran liegen, dass die Rezepte die hier eingetragen werden, meistens auch schon "angepasst" wurden.
Bin leider noch nicht so lange im "Geschäft"
, aber wenn ich mir hier die Bücher durchlese oder im Internet gucke sehe ich schon sehr viele Unterschiede zwischen den einzelnen Rezepten.
Das leigt wohl auch daran, dass man mit den unterschiedlichen Sorten der Flüssigkeiten die Rezepte auch abändern muss. Wenn du von Bar zu Bar gehst, wirst du wohl kaum 2 mal die selben Zutaten haben, grade das macht das Mixen auch zur Kunst 
Was aber genau ein "neuer" ist weis ich leider auch nicht. Würde ich aber auch gerne ein mal wissen 
Wenn's nach mir ginge, würde jede deutliche Geschmacksänderung eines Drinks einen neuen Namen bedingen. Nur nach mir geht's aber nicht.
Du hast da aber auch gleich 2 Extrembeispiele aufgegriffen. Der SOTB ist mit seinen Aberwitzig vielen Rezeptvarianten eigentlich überhaupt nicht nachvollziebar. Warum das so ist, weiß der Kuckuck.
Das Originalrezept festzustellen, dürfte in den meißten Fällen ein nahezu aussichtsloses Unterfangen darstellen. Rezepte unterliegen keinem Copyright und können von jedem so oft geändert werden, wie man will.
Ich habe im Forum auch schon mal vorgeschlagen, die Rezepte nach Ihrem Designer und/oder der IBA-Freigabe zu kennzeichnen. Guckst Du hier: http://www.cocktailscout.de/forum_showthread.php?id=147
Grüße 
naja, man kann ja nicht mal mehr feststellen, wer genau den dry martini erfunden hat, wie soll man dann noch wissen, was ein original ist?
hab vor kurzem versucht herauszufinden, wie der original mai tai gemacht wird. schwierige sache, der hauptstreitpunkt liegt aber wohl zwischen dem verwenden von red curaçao oder triple sec...und da besteht ja schon ein unterschied (das bei cocktailscout aufgeführte rezept entspricht dem am häufigsten als "original" angegebenen rezept, jedoch wurde es meist mit red curaçao gemixt). man könnte sich jetzt lange darüber unterhalten, welches "das originalrezept" ist, aber im endeffekt sollte er doch nur gut schmecken. solange man nen mai tai nicht mit vodka und blue curaçao mixt, sondern mindestens mit rum, einem orangenlikör, mandelsirup und limetten- oder zitronensaft, kann man den von mir aus gut noch mai tai nennen.
ich mixe ihn jedenfalls einerseits so wie hier angegeben und andererseits auch noch mit ananassaft und o-saft als fruchtigen mai tai (würde den dann sweet mai tai nennen)...auch zu empfehlen. dies also mein beispiel zum thema original anhand des mai tais.
noch ne kleine bemerkung: in den neuesten kommentaren hat einer einige rezepte, die mir "ziemlich" original erscheinen, abgeändert vorgeschlagen (tequila sunrise mit triple sec, gin sour beim fizz). gerade beim tequila sunrise ist das original rezept doch eigentlich ganz klar und ein fizz ohne soda ist dann wohl kein fizz mehr, oder? da versteh ich die abänderung dann gar nicht mehr.
p.s.: wer hat den die schönen und treffenden gegenkommentare geschrieben? tönt irgendwie sehr nach schuettelstefans schreibweise, hab ich recht, na?
Da bin ich ganz deiner Meinung! 
Aber ist schön, dass ich nicht allein ratlos bin 
Da kommt mir doch gleich noch eine andere Frage in den Sinn, wenn ich dann die Buchbeschreibung zum Buch American Bar - The Artistry of Mixing Drinks von Charles Schumann lese:
Wenn man nicht auf ein Original schließen kann, kann man dann anhand einer "Cocktailbibel" einem möglichen Original nahe kommen?
Ich habe mir dieses Buch einmal in einer Buchhandlung angeguckt und nicht sofort etwas gefunden, das den Preis rechtfertigen würde ... keine Bilder der Cocktails, alles nur schwarz-weiß und verhältnismäßig wenig Cocktails für ein so teures Buch ...
Kann man dann wenigstens sagen, dass man in einem Buch einer Barberühmtheit wenigstens ein einigermaßen unverfälschtes Original findet?
^^ Das halte ich für eine gute Idee...
Vielleicht sollte man dann nicht einfach nicht nur mehr sagen, dass man einen Mai Tai serviert hat, sondern einen Mai Tai nach Peter Bohrmann, Charles Schumann oder schoeun ...
.... setzt natürlich voraus, dass derjenige, der den Cocktail bekommt weiß wer das ist ...

sí señor 
Kann man dann wenigstens sagen, dass man in einem Buch einer Barberühmtheit wenigstens ein einigermaßen unverfälschtes Original findet?...
Ich sag mal Jain! Die in solchen Büchern wiedergegebenen Rezepte entsprechen auch nicht immer dem Original. Aber die Wahrscheinlichkeit ist auf jeden Fall größer.
Vielleicht sollte man dann nicht einfach nicht nur mehr sagen, dass man einen Mai Tai serviert hat, sondern einen Mai Tai nach Peter Bohrmann, Charles Schumann oder schoeun ...
.... setzt natürlich voraus, dass derjenige, der den Cocktail bekommt weiß wer das ist ...
Man muß noch nicht mal unbedingt wissen, wer das ist, aber durch die Quellangabe hat der Verbraucher trotzdem mehr Transparenz. Weil er ja im Zweifelsfall immer den Designer dazu nennen kann. Somit ist der Cocktail dann auch anderswo reproduzierbar.
Grüße 
.... setzt natürlich voraus, dass derjenige, der den Cocktail bekommt weiß wer das ist ...
OK wer schoeun ist weiß ja jeder, aber wer war gleich noch mal dieser Schumann? ... 





... aber um noch einmal auf dieses Buch von ihm zurück zu kommen ...
ich frage mich immer noch, was diesen hohen Preis rechtfertigt ...
OK wer schoeun ist weiß ja jeder, aber wer war gleich noch mal dieser Schumann? ... 




jaja, der mai tai nach schoeun wird noch in die geschichte eingehen. 
ich frag mich aber schon, was diese erfinder-angabe genau bringen soll. wenns dann eben ein mai tai nach schoeun oder nach peter xy ist, dann ist es doch auch wieder nur ein rezept, dass dieser person am besten geschmeckt hat.
die idee mit der iba ist dagegen schon besser, die ist ja weltweit bekannt und deren rezepte sind sicher bis ins letzte detail durchgeprüft.
Menschen brauchen sprechende Bezugspunkte. Die Zuordnung eines eines bestimmten Geschmacks zur Bezeichnung MaiTai Nr.5 fällt schwerer, als einen MaiTai a la schoeun zu merken.
Grüße 
Menschen brauchen sprechende Bezugspunkte. Die Zuordnung eines eines bestimmten Geschmacks zur Bezeichnung MaiTai Nr.5 fällt schwerer, als einen MaiTai a la schoeun zu merken.
Grüße 
das ist schon so, die frage ist nur wie lange diese rezepte dann noch "original" bleiben. nach dem prinzip des buschtelefons wird der mai tai a la schoeun (falls er sich dann wirklich weiterverbreitet
) mihilfe des internets dann wohl doch wieder abgeändert und dann plötzlich noch mit pfefferminzsirup gemixt...aber es ist schon so, es gäbe immerhin einen bezugspunkt, wenn vielleicht auch nur cocktailscout-intern.
Immerhin ein Anfang. 
Grüße 