Gefährdung durch Alkoholmissbrauch

Von 13. Jan, 20:20 Uhr 40334 Aufrufe 440 Beiträge
06.02.2007, 22:02
el_muerte schrieb:
Ganz so weit ist es bei ihm noch nicht, aber er ist auf dem bestem Weg dahin.traurig

Hilf ihm. Geh mal zur Diakonie oder zur Beratungsstelle und frage was du machen kannst. Du darfst ihm keine Vorwürfe machen aber erkläre ihm das du ihn gut leiden kannst und es schade um ihn wäre. Erkläre ihm wenn er nüchtern ist das er Freunde hat und ihr ihm auch während der Therapie unterstützt. Rede mit seiner Frau, Freundin, Eltern, Kindern, Arbeitgeber oder sonst jemand der positiven Einfluss auf ihn hat. Rede mit jemanden den "er" gern hat.

wink Achim.

06.02.2007, 22:19

Das habe nicht nur ich Jahre lang versucht, er war auch mal ne Zeit trocken, aber geholfen hat es nicht.

06.02.2007, 22:57
el_muerte schrieb:
Das habe nicht nur ich Jahre lang versucht, er war auch mal ne Zeit trocken, aber geholfen hat es nicht.

weinendtraurig War bei mir jahrelang auch so. Gott sei Dank hat es bei mir irgendwann mal klick gemacht. Aber das ist leider nicht bei jedem so. Viele werden nach ner Therapie wieder rückfällig. Das liegt oft daran das man sich denkt das nach ner Therapie alles ok ist. Wie z.B. nach einer Blinddarmop. Operation erledigt, Thema erledigt. Nach einer Therapie ist aber noch lang nicht alles vorbei sondern es geht erst los. Man kommt immer unverhofft in Situationen in denen man allzuleicht zur Flasche greift wenn man absolut unvorbereitet ist. Ich vermute dein Bekannter hat keine Nachsorge gemacht. Lenni und ich sind seit Jahren trocken und halten trotzdem noch Kontakt zu Selbsthilfegruppen und beschäftigen uns aktiv mit unseren Suchtproblemen. Somit sind wir in den Situationen in denen ander rückfällig werden etwas besser gewappnet. Aber auch wir sind nach wie vor Rückfallgefährdet. Aber weil wir das eben wissen ist die Chance das es uns wieder packt deutlich geringer. Ausserdem verheimlichen wir unsere Sucht nicht und haben somit die Garantie das andere eher eingreifen können wenn sie wissen das wir trocken sind.

wink Achim.

06.02.2007, 23:25

Gut erklärt Achim, leider war ich heute Abend nicht da, sonst hätte ich mich wohl an der Diskussion beteiligt. Aber du hast ja schon das Meiste gesagt, Achim.super

Grußwinkwink

06.02.2007, 23:50

mal so ne allgemeine frage: wenn man jetzt trockener alkoholiker ist, kann man dann nie wieder, natürlich im masse, alkohol trinken? vielleicht ein bier am wochenende? ist da die rückfallgefahr dann zu hoch?

wink

07.02.2007, 00:33

Viele versuchen nach ihrer Therapie oder auch sonst nach einer längeren Trockenphase wieder mit "kontrollierten" Trinken. Doch das funktioniert nicht. Es gibt keine Ausnahmen. Gerade mit alkoholfreien Bier, welches ja nur alkoholarm ist, ist die Rückfallgefahr besonders hoch. Insbesondere sollte man auch darauf achten, auch nicht Alkohol in geringen und geringsten Mengen zu sich zu nehmen. Also z.B. Schwarzwälder Kirschtorte, Mon Cherry, Soßen die mit Alkohol zubereitet wurden usw. sollte man auf jeden Fall meiden. Nicht die Alkoholmenge macht rückfällig, sondern, und gerade das ist das Tückische, gerade weil die kleine Menge Alkohol körperlich wenig ausmacht, und man langsam aber sicher wieder seine Alkoholdosis erhöht und plötzich ist man wieder rückfällig und erneut abhängig.

Vielfach wird man erneut rückfällig, weil es nach ein paar Jahren der Trockenheit es einen plötzlich zu gut geht und man seine Abhängigkeit verleugnet. Man verdrängt und sagt sich, so schlimm war das doch damals nicht und fängt langsam wieder mit dem trinken an. (eigene leidvolle Erfahrungüberraschtüberrascht)

Man verdrängt in einer solchen Situation, wie mies es einen früher ging und begeht den Irrglauben wieder kontrolliert trinken zu können.

Wenn man sich aber wirklich, aber auch wirklich wirklich, auch vom Kopf her bewusst macht, dass man Alkoholiker ist, erst dann hat man eine reelle Chance trocken zu bleiben.

Man muss aber auch was dafür tun. Achim hat ja schon einiges genannt. Ich zum Beispiel besuche regelmäßig Selbsthilfegruppen. Das ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten. Ich hoffe, schoeun, damit ist deine Frage einigermaßen beantwortet.

Gruß winkwink

Habe diesen Beitrag editiert, wegen inhaltlicher Fehler.

07.02.2007, 09:37
Achim schrieb:
Hilf ihm. Geh mal zur Diakonie oder zur Beratungsstelle und frage was du machen kannst. (...) Rede mit jemanden den "er" gern hat.
el_muerte schrieb:
Das habe nicht nur ich Jahre lang versucht, er war auch mal ne Zeit trocken, aber geholfen hat es nicht.

Wenn ich die bisherige Diskussion zum Thema richtig erinnere, dann ist ja gerade das die größte Schwierigkeit: dass man eben mit dem Betroffenen NICHT reden kann, er durch Gespräche seltenst zu einer Therapie bewogen wird, sondern einzig Selbsterkenntnis in die Erkrankung, das Zugeben der Abhängigkeit und die Kapitulation vor dem Alkohol (verbunden mit dem entsprechenden Klick im Kopf) der Anfang einer erfolgreichen Behandlung sein kann. Denn ganz offenbar ist bis zu diesem Schritt der Alkohol stärker. Da helfen weder Appelle an die Vernunft noch der Hinweis auf eine möglicherweise zerrüttete Ehe-, Beziehungs-, Familien- oder Freundeskreis-Situation - im Vordergrund, ja im Lebensmittelpunkt, steht in erster Linie die Suchtbefriedigung. Freunde/Angehörige von Suchtkranken können dieser Tatsache allem Anschein nach nur hilflos, verzweifelt und resignierend zusehen - wirklichen Einfluß auf die Therapiebereitschaft des Erkrankten haben sie vermutlich nicht ... diese muss der Betroffene aus eigenem Antrieb entwickeln und danach handeln.

wink

07.02.2007, 09:46

Du siehst das vollkommen richtig, Ute_line. Ich denke mal, du kennst in deinen Umfeld auch Leute, die Alkoholprobleme haben und ähnlich reagieren?hmm

Grußwinkwink

07.02.2007, 17:52

@lenni: danke für deine ausführliche antwort, meine frage ist geklärtsuper

07.02.2007, 19:51

AlsoLenni gab ja recht ausführlich zum Thema "Alkohol trinken nach ner Therapie" Auskunft. Ich wiederspreche im nur in einem Punkt. Es ist nicht nur zu 99% unmöglich nach ner Therapie kontrolliert Alkohol zu trinken sondern zu 101%.

Zum Thema "mit nassen Alkoholiker über ihr Problem reden" sage ich: es ist die einzige Möglichkeit einem Betroffenen als Ausenstehender zu helfen. Es ist zwar zu 99% sinnlos aber wie gesagt die einzige Möglichkeit für Freunde, Partner, Familie etwas zu tun.traurig

wink Achim.

07.02.2007, 19:55

Die Prozentzahl habe ich geschätzt. Aber es gibt schon die berühmten Ausnahmen, wenn es auch nur wohl ein paar handvoll Leute sein dürfte. Was davon zuhalten ist, habe ich ja oben beschrieben.hmm

Grußwinkwink

07.02.2007, 20:00
Lenni schrieb:
Die Prozentzahl habe ich geschätzt. Aber es gibt schon die berühmten Ausnahmen, wenn es auch nur wohl ein paar handvoll Leute sein dürfte. Was davon zuhalten ist, habe ich ja oben beschrieben.hmm Grußwinkwink

Nenne mir einen Namen derjenigen Personen die nach einer Therapie erneut das trinken angefangen hat und das kontrolliert. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Sucht wieder ausbricht. ES IST FÜR JEDEN ALKOHOLKRANKEN, EGAL OB TROCKEN ODER NASS UNMÖGLICH!!!! DAS TRINKEN ZU KONTROLLIEREN!!!!!!!!! Lediglich die trockenen Alkis können 1 alkoholhaltiges Getränk kontrolieren und das ist das erste. Aber wenn du das getrunken hast kontroliert der Alkohol dich.

wink Achim.

07.02.2007, 22:39

Achim hat Recht. Wenn ich eine Prozentzahl genannt habe, dann ist das missverständlich. Nachdem man erst einmal Trockenheit erlangt, gibt es kein zurück mehr zum Alkohol. Also, vergesst das mit der Prozentzahl. Diese Aussage von mir war falsch.

winkLenni

07.02.2007, 22:41
Lenni schrieb:
Achim hat Recht. Wenn ich eine Prozentzahl genannt habe, dann ist das missverständlich. Nachdem man erst einmal Trockenheit erlangt, gibt es **kein** zurück mehr zum Alkohol. Also, vergesst das mit der Prozentzahl. Diese Aussage von mir war **falsch**. winkLenni

Am besten gleich abändern

07.02.2007, 22:48

Habe meinen Beitrag von heute morgen 1/2 1 Uhr wegen inhaltlicher Fehler abgeändert.hmm

Grußwinkwink

07.02.2007, 22:52

Gibt es vielleicht Ansprechpartner im Internet oder Hotlines?

07.02.2007, 23:01

Ja, die Selbsthilfegruppen unter anderem [URLhttp://www.anonyme-alkoholiker.de/]AA[/URL] sind auch im Internet vertreten. Oder ein [URLhttp://www.nexusboard.de/index.php?siteid=1381]Forum[/URL].

Ob die im Internet vertreten sind weiß ich nicht, aber in jeder größeren Gemeinde oder Stadt, gibt es eine Diakonie oder Beratungsstelle. Da müsstest du vllt eventuell mal selber schauen.

Grußwinkwink

08.02.2007, 10:05

Für Freudenstadt ist die [URLhttp://www.diakonie-fds.de/sucht/haupt.htm]Diakonie[/URL] im Internet vertreten. Für deine Wohngegend gibt es auch ein [URLhttp://nahe-glan.ekir.de/43.0.html]Diakonische Werk[/URL], aber die scheinen wohl keine Suchtberatung zu haben, jedenfalls habe ich auf dieser Seite nichts gefunden.hmm Dafür habe ich auf [URLhttp://www.praeventionskreis-kirn.de/Hilfsorganisationen.htm]dieser Seite[/URL] was gefunden.

Grußwinkwink

08.02.2007, 16:21
Lenni schrieb:
Achim hat Recht. Wenn ich eine Prozentzahl genannt habe, dann ist das missverständlich. Nachdem man erst einmal Trockenheit erlangt, gibt es **kein** zurück mehr zum Alkohol. Also, vergesst das mit der Prozentzahl. Diese Aussage von mir war **falsch**. winkLenni

Hmmm... ich bin da kein Experte, aber so ganz kann ich die Absolutheit dieser Aussage nicht nachvollziehen. Bei sog. harten Drogen sind mir zumindest Fälle bekannt, in denen sich eine Sucht in eine moderate Konsumform rückgebildet hat (nicht von alleine natürlich). Warum sollte dies bei Alkohol nicht möglich sein? verwirrt

Oder unterscheidet sich sich da unsere Definition von Alkoholiker?

winkwink

08.02.2007, 16:32

Da gibbes nix daran zu rütteln. Entweder ist man Alkoholiker oder nicht. Ein bisschen Alkoholiker gibt es nicht. Sollte deine Möglichkeit doch vorkommen, dann hat der/die jenige nur mal einen gewissen Zeitraum zuviel getrunken, war aber zur keiner Zeit abhängig. Darin besteht der Unterschied. Ein abhängiger Alkoholiker, kann seine Krankheit zum Stillstand bringen, aber er wird niemals geheilt. Das heißt die Abhängikeit behält er sein Leben lang und muss jeden Tag auf´s Neue achten, dass er trocken bleibt.hmmhmm

Grußwinkwink