Cocktailforum

Bitters

Gestartet von 19. Apr, 18:19 Uhr
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21.05.2014, 20:17 #FPpXgRf3

Fabiene_Boilley schrieb:
Gute Idee, vielleicht nehmen wir dann auch noch Absinth dazu, der fehlt auch noch. Ich kann gerne ein paar Absätze dazu schreiben.wink

Ist dir zu diesem Thema schon etwas eingefallen?

21.05.2014, 22:47 #aakXa68W

Ja, hab schon was zusammen. Hat jetzt doch ein paar Tage länger gedauert, aber ich denke, morgen oder am Freitag kann ich was einstellen.

03.10.2014, 08:32 #Yyfg6lWT

Frage:

Wenn in Rezepten steht "Dash Bitters", dann macht man es wie "richtig"?

a) Bitters in Shakerglas und mitshaken

b) Bitters on top (von oben rauftropfen) im Gästeglas ohne Verrühren

c) Bitters on top im Gästeglas mit Verrühren

Habe jetzt unterschiedliche Versionen im Netz gesehen (Youtube) und mache selbst a) weil ich den Bitters nahezu gleichmäßig verteilt haben möchte.

Oder ist der nur für die Nase (on top).

Bei den besten (also die bekannten Experten) Mixern sehe ich es aber auch immer nur on top.

Und noch eine Frage zum Dash.

In manchen Videos sehe ich wie die einen ordentlichen Schwung holen und dann kurz vorm Glas stoppen. Dann schießt ein ordentlicher "Schwall" aus der Angostura Flasche. Man sieht mindestens 3 Tropfen, wobei dies schon ordentliche große Tropfen sind.

Ich halte die Flasche quer und tippel mit dem Finger ganz sachte wie beim Hustensaft auf den Boden, so dass nur ein ganz normaler Tropfen herauskommt. Manchmal geht auch ohne Klopfen auf den Bodenrand.

In den Rezepten ist immer nur ein (1) einziger Tropfen gefordert. Deshalb wunder ich mich.

Bisschen klein-klein Frage aber ich will es ja richtig lernen und da ich immer nur einen "kleinen" normalen Tropfen reingemacht habe (allerdings geshakt) und der Unterschied zu 3 großen doch geschmacklich enorm ist, würde ich gerne mal die "richtige" Vorgehensweise erfahren.

Und ja, es ist natürlich geschmackssache, aber wenn ich z.B. den Singapore Sling nehme, dann hat sich der Erfinder ja was dabei gedacht und ich haue ja auch nicht die doppelte Menge Limettensaft ins Glas fröhlich

P.S. Habe mir nicht alle 11 Seiten durchgelesen, falls schon beantwortet.

03.10.2014, 11:49 #t15BZDsS

Sind sehr gute Fragen, die du stellst.

Bei vielen Rezepten ist angegeben, ob die Bitters mitgeshakt oder on top gegeben werden sollen. Meistens ist Ersteres der Fall, Letzteres oft bei Orangenblütenwasser (z.B. im Ramos Gin Fizz). Je nach Lust und Laune kann man das aber auch anders machen. Im Manhattan rühre ich die Bitters z.B. nicht mit, sondern probiere den Drink erst mal ohne und überlege mir dann, welche Bitters passen könnten. Ähnlich beim Martinez. Beim Singapore Sling shake ich sie allerdings mit. Grundsätzlich gebe ich sie bei den meisten Cocktails, die ich in einer Schale serviere, on top, bei allen Tiki-Cocktails shake ich sie mit.

Ein Dash ist - wie du schon richtig erkannt hast - ein "Schwall". Es kann sich aber auch anbieten, erst mal vorsichtig, tröpfchenweise Bitters hinzuzugeben und dann gegebenenfalls nachzuwürzen, damit es nicht zu viel wird. Das Problem ist, dass es eben keine genaue Angabe gibt, was ein Dash ist. Ich habe kleine 20ml Fläschchen von TBT, da ist ein Dash natürlich deutlich weniger als bei einer 200ml Flasche Angostura. Nach einer Zeit bekommt man aber raus, wie viel man braucht.wink

03.10.2014, 12:06 #07Ys9K9U

Ich handhabe das wie mit Wasser beim Whisky. Vorsichtig rantasten. wink

04.10.2014, 15:24 #FTwIbnZv

So mache ich das auch, meistens nach dem Shaken on top und dann Stück für Stück rantasten, wie es mir am besten gefällt. Habe dadurch leider schon den ein oder anderen Drink mit einem Tropfen zu viel wieder verschlechtert, aber nur durch Erfahrung lernt man. Meiner Meinung nach ist das mit den Bitters sowieso immer eine recht subjektive Einschätzung was da die richtige Menge angeht. Für mich ist ein Dash immer so ein Richtwert zwischen 1 und 3 Tropfen.

04.10.2014, 18:26 #RO7TNXhD

Okay danke.

Hat schon mal jemand den Mozart Bitters ausprobiert? Wie ist der so und lohnt sich der?

Bin am Überlegen, ob ich den Mozart Dry, den Mozart Bitter oder den Mozart Black bestellen soll.

04.10.2014, 18:44 #jRrnP5mp

Ich kenne die noch nicht, müssen recht neu sein. Chocolate Bitters braucht man im Allgemeinen sehr selten, falls du aber ein (oder mehrere) Rezept(e) hast, bei dem die verlangt werden und das du unbedingt ausprobieren möchtest, lohnt es sich wohl für dich.

05.10.2014, 21:52 #2ouN3hDd

Mit dem Mozart Black kannst du nicht viel falsch machen. Den Bitter wirst du wohl nicht oft benötigen.

05.10.2014, 23:01 #1q7Dczuf

Bei Bitters solltest Du dich immer ganz vorsichtig herantasten. Wenn nichts dabei steht kannst Du sie mit shaken, wenn Du sie oben drauf träufeln sollst steht es meistens in der Rezeptangabe.

Habe heute z.B.: noch einen RSS gemixt, da gehe ich immer sehr behutsam mit der Zugabe um. Nur etwas zu viel und und der Cocktail ist Missglückt, was natürlich bei den Zutaten relativ schade ist.

wink

01.07.2016, 14:28 #fQbS2JYj


mmmmmmmmmn1. Teil im Anschluß
mmmmmmmmmn2. Teil
mmmmmmmmmn3. Teil
mmmmmmmmmnFoto zum 3. Teil
mmmmmmmmmn4. Teil
mmmmmmmmmnFoto zum 4. Teil
mmmmmmmmmn5. Teil
mmmmmmmmmnFoto zum 5. Teil
mmmmmmmmmn6. Teil
mmmmmmmmmn7. Teil
mmmmmmmmmn8. Teil
mmmmmmmmmn9. Teil

mmmmmmmmmnAntworten zur Anwendung.

Meine Bitters-Werkstatt 1. Teil

Fast zum guten Ton zählte es früher, daß jede Bar ihre eigenen Bitters extrahierte. Heute besteht die Möglichkeit, eine Vielzahl an Geschmacksrichtungen zu kaufen. Doch wer sich etwas näher damit befasst, merkt evtl., dieser oder jener Geschmack könnte meinen Cocktail aufwerten, aber ausgerechnet der ist nicht erhältlich. Nun gehört Zeit und Muße dazu, einen eigenen Bitter herzustellen. Es ist in jedem Fall aber bei Weitem nicht so schwierig, wie man vermuten könnte.

olli91 schrieb:
Ich habe mir vor kurzem das Buch "Bitters - A Spirited History of a Classic Cure-All. With Cocktails, Recipes & Formulas" gekauft und bin davon hellauf begeistert. ….....

….......Ich würde ja super gerne mal einige Bitter-Rezpte ausprobieren, nur was macht man dann mit einer ganzen Packung Kümmel, Hopfen, Enzianwurzeln usw. wenn man für jedes Rezept nur einen Teelöffel braucht? Ich denke das würde sich nur lohnen wenn man gleich in größerer Menge für mehrere Personen herstellt..


Und es lohnt doch, wie ich finde, auch wenn man nicht so viel von den einzelnen Zutaten benötigt. Eine Vielzahl von Aromen, die ich so nicht erwartet hätte, überraschten mich. Sicherlich, es bleibt eine große Menge übrig. Da ist in jedem Fall für spätere Experimente genug. zwinker

Bevor man sich einen Bitter baut, empfehle ich, sich mit den Ingredienzen auseinanderzusetzen. Drei Wege um eine gute Mischung herzustellen kann man beschreiten: Erstens, es zählt nur der Geschmack; zweitens, es kommt auch auf die Optik sprich Farbe an; drittens, der gesundheitliche Aspekt darf nicht zu kurz geraten. Die Konzentration auf Kräuter und Dergleichen zu richten, welche den Appetit anregen oder der Verdauung förderlich sind, ist ebenso möglich. Natürlich wollte ich mal wieder die eierlegende Wollmilchsau. Bei meinem Bitter sollten alle Optionen zur Geltung kommen.

Aber Das erzähle ich euch das nächste Mal.

Zuletzt bearbeitet von am 07.09.2019, 15:12
01.07.2016, 15:57 #5HPVy5AE

Das machst Du wirklich sehr schön rrr. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. stösschen

02.07.2016, 13:22 #PLJ5tEeT

Das ist ein wirklich spannendes Thema. Ich habe mich vor einiger Zeit ja auch einmal an Kirsch-Vanille-Bitters versucht, auf Rye-Basis. Weißt du denn schon, welche Basis-Spirituose du verwendest?

02.07.2016, 20:07 #ldWuMysQ

Danke euch Beiden. fröhlich

Fabiene_Boilley schrieb:
...Ich habe mich vor einiger Zeit ja auch einmal an Kirsch-Vanille-Bitters versucht, auf Rye-Basis.

Und, ist dieser Bitter gelungen? Hattest Du eine Vorlage?

Fabiene_Boilley schrieb:
Weißt du denn schon, welche Basis-Spirituose du verwendest?

Dieses ist Teil des nächsten Kapitels und wird deswegen noch nicht verraten. grins

Zuletzt bearbeitet von am 02.07.2016, 20:08
02.07.2016, 22:04 #14rAZdPd

Du kennst mich ja, ich kann's nie abwarten.

Bei den Kirsch-Vanille-Bitters hatte ich nach einem Rezept gegoogelt, das hat auch gut geklappt. Ich benutze den Bitter gerne in einem Old Fashioned. Basis waren getrocknete Kirschen, eine Vanilleschote sowie Sternanis und Nelken. Da ich gerne beim Kochen mit Gewürzen experimentiere, musste ich auch nicht so viel einkaufen, Kirschen und Vanilleschote kann man ja ganz gut nach Menge einstellen.

04.07.2016, 11:08 #UnQ0Rjb4

Meine Bitters-Werkstatt 2. Teil

Die Bitterherstellung ist relativ günstig, es wird wenig und kostengünstiges Material benötigt um tolle Ergebnisse zu erzielen. Wohlgemerkt, möchte euch nicht erzählen, wie das ultimative Bitterrezept ausschaut. Nein, nur einen kleinen Abriss meiner ungelenken Vorgehensweise aufzeigen. Es besteht allerdings die Möglichkeit die Olli angewandt hätte, oder Fabiene benutzte, bewährte Buch-Rezepte o.ä. zu verwenden.

Unbedarft, ohne näheres Wissen, saß ich am Computer, durchforstete das Netz nach Bittersherstellung im Allgemeinen und Zutaten im Detail. Im Prinzip ist alles erlaubt, was den Geschmack hebt und nicht die Gesundheit schädigt.

Schon sind wir bei Wirkungsweise der Ingredienzien. Wer gesundheitliche Einschränkungen hinnehmen muß, sollte darauf Rücksicht nehmen was er verträgt, oder nicht. Als Beispiel: Enzianwurzel nicht bei Geschwüren des Magen-, Darmtraktes verwenden. Oder Süßholz nicht in höheren Dosen bei erhöhtem Blutdruck usw. Bei gekauften Bitters kennen wir in der Regel die Zusammensetzung nicht. Da wird benutzt, was gefällt. Wenn wir unsere eigene Komposition kreieren, besteht die Möglichkeit diesen Aspekt zu berücksichtigen, unser Wohlbefinden zu steigern. Ihr sagt vernachlässigenswert, weil man sowieso nicht viel von dem Produkt verzehrt, lediglich ein paar Tröpfchen? Doch man kann sein Gewissen damit beruhigen, vielleicht sogar seinem Körper etwas Gutes zufügen. Denn ebenso können z. B. Mariendiestelfrüchte leberschützend und -stärkend, ja sogar entgiftend sein. Diese Attributangaben lassen sich für jede Ingredienz auflisten.

Kommen wir zum eigentlichen Procedere der Herstellung. Die einfachste Vorgehensweise für den Laien, die Wurzeln, Blüten, Schalen, Rinden, Früchte oder Blätter in Alkohol eine gewisse Zeit einlegen, bis die gewünschten löslichen Stoffe in die Flüssigkeit übergegangen sind, das sogenannte Mazerieren. Letztendlich reichen so zwei Komponenten für die Herstellung eines Bitters. Einige Hersteller destillieren ihre Bitters. Dieses Verfahren kommt wohl mit unsere Möglichkeiten nicht in Betracht. Die erste Version hingegen ist die meine.

Nochmal wir benötigen Flüssigkeit, in meinem Fall Alkohol, besser gesagt Ethanol (siehe Zusatz) in verschiedenen Konzentrationen und Etwas, das unserem Wunschgeschmack entspricht, welches wir einlegen und ziehen lassen. Fertigen Alkohol bekommt man an jeder Ecke, sollte in meinem Fall nur neutralen Geschmackes sein, wie Doppelkorn, Wodka usw.. Mein Wunsch, die alkoholische Konzentration nicht zu weit sinken zu lassen. Aus diesem Grund kaufte ich mir noch 96%iges Ethanol. Das muß aber nicht sein. 40%iger Wodka allein z. B. funktioniert ebenfalls, man sollte dann mit den Zugaben acht geben, daß der alk. Wert nicht zu sehr absinkt. Verwendung finden als Lösemittel ebenso Spirituosen wie Whisky, Rum und dergleichen. Für manchen bestimmten Zweck gut, für mich dann aber weniger universell einsetzbar, weil diese Komponente ihren Eigenschmack mitbringt.

Die zweite Komponente, da wird es schon etwas schwieriger, die Pflanzenteile. Weil ich kein Apotheker, auch keine Kräuterhexe bin (schade), mußte ich mir erst Wissen aneignen. Ausgehend von einem bestimmten Geschmack, der erzielt werden sollte, ging ich durch Wald und Flur und sammelte alles was mir unter die Füße kam....nee, Quatsch , versank ich auf einschlägigen Seiten in die Philosophie der Pflanzen.

Aber das ist eine längere Geschichte. Deswegen gibt es einen Folge-Teil.

oben

Zuletzt bearbeitet von am 30.01.2019, 13:54
04.07.2016, 15:57 #tftpSHvz

rrr schrieb:

ngaben lassen sich für jede Ingredienz auflisten.

Aus diesem Grund kaufte ich mir noch 96%iges Ethanol.

Wo hast du den geholt und welche Qualität? Bitte immer dran denken, das Ethanol Standard Ware mit Toluol vergällt wird. wink

04.07.2016, 17:59 #hR9Me7e4

el_muerte schrieb:
Wo hast du den geholt und welche Qualität? Bitte immer dran denken, das Ethanol Standard Ware mit Toluol vergällt wird. wink

Da muß ich Dir Recht geben, das hätte ich vermerken müssen. In unserer Händlerliste gibt es diesen Händler mit dem entsprechenden Produkt. wink Zur Not hält die Apotheke diesen Alkohol bereit, wenn man nur eine geringere Menge benötigt. Man sollte in jedem Fall angeben, daß er zum Verzehr geeignet sein muß!

oben

Zuletzt bearbeitet von am 27.03.2019, 17:40
05.07.2016, 00:05 #pYIBGL38

Da bin ich mal sehr gespannt, wie das mit dem Ethanol funktioniert. Ich persönlich würde ja eher auf eine gelagerte Spierituose zurückgreifen, weil man so schon eine gewisse Basis an Aroma und Würze hat. Das kann bei fruchtigeren Bitters aber natürlich auch störend sein. Ich hoffe in jedem Fall auf Proben für das Forum.grinsätschgelage

05.07.2016, 10:08 #CdHx7BeX

Fabiene_Boilley schrieb:
Da bin ich mal sehr gespannt, wie das mit dem Ethanol funktioniert. Ich persönlich würde ja eher auf eine gelagerte Spierituose zurückgreifen, weil man so schon eine gewisse Basis an Aroma und Würze hat. Das kann bei fruchtigeren Bitters aber natürlich auch störend sein.

Dieses ist der Grund meiner Vorgehensweise. Es gibt schon einige Fruchtbitters, doch meinen noch nicht. Wüßte ich jedefalls nicht.

Fabiene_Boilley schrieb:
Ich hoffe in jedem Fall auf Proben für das Forum.grinsätschgelage

Das mache ich aber nur diesmal auf deinen besonderen Wunsch hin. Für jeden Einzelnen aus unserem Forum nun die Probe. Hoffe, es gefällt. grins

Zuletzt bearbeitet von am 05.07.2016, 10:33