Legendäre Barmixer

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Zuletzt bearbeitet von rrr · 12. Aug, 18:25 Uhr
Legendäre Barmixer

Die Urväter und Pioniere der Mixologie

Visionäre in ihrer Bar


Jerry Thomas

Er gilt als „Urvater der amerikanischen Mixkunst" und wurde zu seinen Lebzeiten "Professor" genannt. Der legendäre Bartender aus New York veröffentlichte 1862 das erste Barkeeper-Handbuch Amerikas (The Bartender’s Guide) welches noch heute als Standardwerk gilt.


William Thomas Boothby, alias Bill Boothby

Das amerikanische goldene Zeitalter der Mixologen lag bestimmt zwischen Bürgerkrieg und Prohibition. Und einer der größten Stars der damaligen Zeit war bestimmt „Cocktail“ Bill Boothby, der, unter anderem, im San Franciscos Palace Hotel arbeitete. Legendär waren seine Drinks, aber auch sein Buch „The World’s Drinks and How to Mix Them“, ebenfalls das vorangegangene "Cocktail Boothby's American Bartender" von dem es eine Neuauflage im Jahr 2009 gab.

Eine seiner Kreationen nannte er "Boothby Cocktail", ein Manhattan mit einem guten Schuß Champagner, erlangte leider nicht die Berühmtheit wie manch anderer Cocktail.


Ernest Raymond Beaumont-Gantt, alias Donn Beach, alias Don the Beachcomber

Der Zombie ist zusammen mit dem Mai Tai der populärste Cocktail der Tiki-Ära. Die hatte ihren Anfang, als Ernest Raymond Beaumont-Gantt im Jahr 1933 in Hollywood eine Bar im tropisch-verspielten Design mit dem klangvollen Namen „Don the Beachcomber“ eröffnete – die erste Tiki-Bar der Welt.


Victor Jules Bergeron Jr., alias Trader Vic

Er gründete eine Restaurantkette die seinen Spitznamen „Trader Vic“ trugen. Er war einer von zwei Personen, die behaupteten, den Mai Tai erfunden zu haben. Der andere war sein langjähriger, freundschaftlicher Konkurrent, Donn Beach. Trader Vic nahm für sich in Anspruch, den Mai Tai 1944 erfunden zu haben.

Angeblich mixte er den ersten Mai Tai für zwei gute Freunde aus Tahiti, Carrie und Eastham Guild, die daraufhin ausgerufen haben sollen: Mai Tai Roa Ae, was in etwa heißt: „Nicht von dieser Welt – Das Beste“.


Ada Coleman

Ada Coleman arbeitete ab 1903 in der Bar des Londoner Savoy Hotel und beerbte den berühmten Harry Craddock. Sie dürfte eine der ersten Frauen gewesen sein, die es zu Popularität hinter dem Tresen brachte. Und sie gehört laut Imbibe Magazin zu den 25 einflussreichsten Personen der Barkultur.

Legendär: Ihr Hanky Panky. Der Gast, dem dieser Cocktail serviert wurde, rief vor Entzückung aus (übersetzt): "Bei Gott, das ist der wahre Hanky Panky!"


Harry Craddock

Ein englischer Barkeeper - bekannt für seine Zeit im Savoy Hotel in London und für sein 1930 erschienenes Buch „ The Savoy Cocktail Book“. Er war der dritte Chefbarkeeper in der American Bar des "Savoy" und Mitbegründer der United Kingdom Bartenders' Guild.

Eine seiner Kreationen der Leap Year, den Harry zum Schaltjahrestag 1928 kredenzte. Sein Spitzname - Doyen der Cocktailshaker (Oberhaupt einer Zunft)


John Dabney

Einer der berühmtesten Barkeeper der prägenden Zeit. John Dabney in der Sklaverei geboren, wurde letztendlich berühmt für seine Küche, Mint Julep und andere Bartending-Fähigkeiten in Richmond, Virginia. Gleichzeitig eine allgemein bekannte Figur in der Richmond High Society und ein Sklave der DeJarnette-Familie. Dabney verdiente schließlich genug Geld, um sowohl seine als auch die Freiheit seiner Frau zu erwerben. Danach betrieb Dabney ein beliebtes Restaurant in Richmond.


Hugo Richard Ensslin

Deutscher Auswanderer, ausgehendes 19. Jahrhundert, mit württembergischen Wurzeln. Arbeitete in New York in der Bar des Wallick Hotels am Times Square. wurde bis zur Prohibition dort beschäftigt. Ensslin verfasste ein bis dahin unbekanntes Barbuch "Recipe for Mixed Drinks" in dem der Aviation zum erstenmal, 1916, genannt wird. Ebenfalls befindet sich eine der frühesten Nennungen des Alexander Cocktails hierin.


Harry Johnson

Johnson, deutscher Name wahrscheinlich Heinrich Johnsen, in Preußen geborener Matrose, wurde von seinem Schiff in San Francisco zurückgelassen, um sich von einem gebrochenen Arm und Hüfte zu generieren. Als Küchenjunge im Union Hotel arbeitete er sich zum Barkeeper. Hier traf er Jerry Thomas mit dem er ständig stritt, wer nun der Bessere sei.

Acht Jahre darauf eröffnete Johnson eine eigene Bar, die sehr erfolgreich wurde, ihn berühmt werden ließ. Harry hielt Vorträge, schrieb Artikel und Rezepte. Als seine Bar 1871 im großen Chicago-Feuer brannte, kaufte er in New York das Little Jumbo, eine Bar, in der Thomas arbeitete. Als Thomas dies hörte, eskalierte der Streit und verzichtete öffentlich auf jede Verbindung mit der Bar.

Sein New and Improved Bartender's Manual, oder How to Mix Drinks in the Present Style, wurde 1882 veröffentlicht. Das Buch lieferte unter anderem hunderte Cocktailrezepte. Gesichert scheint der Bijou Cocktail (hier in miminaler Abwandlung) von seiner Handschrift zu sein.


Victor Vaughen Morris

Erfinder des Pisco Sour. Victor Morris, Sohn einer Mormonenfamilie. 1916 eröffnete er seine Morris' Bar in Lima. Sie war viele Jahre führende High-End-Bar im amerikanischen Stil in Peru. Morris’ Bar war unter anderem für seine Pisco Sours, erstmals unter diesem Namen dokumentiert, bekannt. Tatsächlich wird aber seinem Barkeeper, Mario Bruiget, für das Garnieren des Eiweißschaumes mit Tropfen aromatischen Bitters zuständig, zugeschrieben. So typisch für das Getränk, welches wir heute kennen.


Henry Charles Ramos

Einer der berühmtesten amerikanischen Barkeeper aller Zeiten. Henry Ramos, großer Barkeeper in New Orleans. Ramos eröffnete mit seinem Bruder 1887 die Imperial Cabinet Bar, New Orleans und betrieb sie bis 1918. Dort wurde er besonders berühmt für den Ramos Gin Fizz, ein aufwendiger Gin-Fizz und seltenes Beispiel für ein berühmt gewordenes Getränk, welches den Namen des Schöpfers trägt.


Constante Ribalaigua Vert

Constante – man kannte ihn nur unter seinem Vornamen, der legendäre Barkeeper, der die Bar El Floridita zu internationalem Ansehen verhalf, indem er sie zur Kathedrale des Daiquiri gemacht hat. Dieser heilige Stuhl des Daiquiri ist ein Klassiker der Cocktailbars dieser Welt, deren Ruf weit über die Grenzen des Landes hinausging.

Er revolutionierte die Zubereitung von Rum-Cocktails mit frischen Fruchtsäften und der Nutzung von elektrischen Eiszerkleinerern. Ernest Hemingway war sein Stammgast und inspirierte Constante zu einigen Daiquirivarianten.


Joseph Santini

Einer der berühmtesten Barkeeper, Mitte des 19. Jahrhunderts, erfand den Brandy Crusta. Santini besaß und betrieb das Kaffeehaus "Juwel des Südens" ab 1855 und später auch „der Salon“, beide in der Gravier Street. Sein "Juwel" war damals so ziemlich die schickste Bar in New Orleans, und Santini war der erste der berühmten Barkeeper von New Orleans. Jerry Thomas wird wohl die Bar besucht haben, weil mindestens drei Getränke Santinis - der Brandy Crusta, das Frozen Egg Nogg und ein Poussé-Café - in Thomas Buch von 1862 enthalten sind.

Darüber hinaus ist Santini der einzige Barkeeper, den Thomas in seinem Buch namentlich erwähnt. Santini's Brandy Crusta ist die entscheidende Innovation, bei der der Old-School Sour mit weiteren Zutaten in den Cocktail übergeht, was die große Expansion im Rahmen von Cocktails ankurbelte und direkt die beliebten Getränke von heute, wie Sidecar und Margarita, inspirieren.


William Schmidt

"The Only William" - 1874 wurde der gebürtige Deutsche Barchef der Tivoli Gardens, eines der größten Konzerthäuser der Stadt, wo er nicht weniger als 16 Bartender unter sich hatte. Besondere Berühmtheit erlangte er durch seine Fähigkeit, ad hoc neue Cocktails zu kreieren, um die speziellen Bedürfnisse seiner Gäste perfekt zu befriedigen. Er ist er wohl der Erste, der Sahne und Likör in einem Getränk kombinierte.

In seinem Buch von 1891, "The Flowing Bowl: What and When to Drink“ (Was und wann man trinken sollte) führte neue Muster, Techniken und Zutaten, in die Kunst des Bartenders ein.


William J. "Bill" Tarling

Tarling gründete 1933 zusammen mit seinem Kollegen Harry Craddock die UKBG. 1937 veröffentlichte Tarling das Café Royal Cocktail Book, ein umfangreiches Rezeptbuch. In dieser Sammlung Cocktailrezepte, welche der Barkeepers William J. „Bill“ Tarling für die United Kingdom Bartenders Guild und Kunden der Bar Café Royal zusammenfasste, befand sich ein Rezept Namens Picador, das man später Margarita nannte.


Diese Auflistung der Berühmtheiten der Cocktailgeschichte ist nicht abschließend.


Quellen: Rezepte Quellen: Verschieden
Quelle: Rezepte Zombie Quelle: Wiki Pisco - Der klare Weinbrand
Quelle: Rezepte Mai Tai Quelle: Wiki Bitters - aromatische Konzentrate
Quelle: Rezepte Leap Year Quelle: Wiki Classic Daiquiri - Anatomie eines Sours
Quelle: Rezepte Brandy Crusta Quelle: Wiki Margarita - weltberühmt
Quelle: Rezepte Blackforest Cherry Quelle: Wiki Eis - Zeit
Quelle: Rezepte Bijou Cocktail Quelle: Wiki Shaken vs. Rühren - Die richtige Technik
Quelle: Rezepte The Ramos Gin Fizz Quelle: Forum LEXIKON Tiki-Ära
Quelle: Rezepte Pisco Sour Quelle: Cocktailkingdom
Quelle: Rezepte Mint Julep Quelle: Rolling Pin/Baarkeeper
Quelle: Rezepte Aviation Quelle: Bar-Vademecum
Quelle: Rezepte Alexander Quelle: Wiki Tiki - Ära
Quelle: Rezepte Hanky Panky Quelle: Wiki Manhattan - Der Inselcocktail
Quelle: Wiki Crusta - gelegentliche Randerscheinungen
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